Menschlichkeit ist keine Schwäche

Eigentlich sollte mein nächster Beitrag zum Thema Design Thinking sein und der Beitrag wird auch noch folgen. Aber gerade zum Jahresende möchte ich gerne noch ein Thema dazwischenschieben. Das wird auch mit Sicherheit nicht der strukturierteste Beitrag werden. Ich will hier nur eine Idee vermitteln über die man gerne selbst weiter nachdenken darf.

Optimierung um jeden Preis?

Ein Thema,mit dem sich sicherlich einige beschäftigen, ist die „Selbstoptimierung“, das „Arbeiten an sich selbst“, „sich weiterentwickeln“. Wie arbeitet man besser mit Aufgabenlisten? Wie optimiert man seinen Schlaf? Wie entwickelt man sinnvolle Gewohnheiten? Wie erledigt man mehr Arbeit in weniger Zeit? Wie gibt man besseres Feedback? Wie trifft man bessere Entscheidungen? Und so weiter und so fort. Man findet unzählige Internetquellen und Bücher dazu.

Ich habe auch grundsätzlich gar nichts gegen diese Themen und habe schon zu all diesen Themen meine Recherchen durchgeführt. Es macht aus meiner Sicht auch durchaus Sinn, sich damit zu beschäftigen und sich weiterzuentwickeln. Aber wir vergessen dabei auch ganz gerne, dass wir immer noch menschliche Wesen sind. Dazu gehört, dass man sich und anderen zugesteht, nicht immer volle Leistung bringen zu können. Das kann unterschiedlichste Gründe haben und alle Gründe sind valide.

Was ist überhaupt „volle Leistung“? Wer bemisst diese Leistung? Jeder hat seine Hochs und Tiefs. Jeder bringt mal mehr und mal weniger Leistung. Wir alle leiden unter Selbstzweifeln – die einen mehr, die anderen weniger. Das führt zu Leistungsschwankungen und das ist okay. Müssen wir überhaupt immer etwas leisten? Reicht es nicht hin und wieder auch einfach, zu sein?

Weniger Stressfaktoren

Niemand sollte sich Vorwürfe machen, wenn man mal nicht auf der Höhe seiner möglichen Fähigkeiten agiert. Sollte es sich um einen dauerhaften Zustand handeln, tut man allerdings vielleicht gut daran, sich Hilfe suchen, damit man wieder in einen gesunden Auf- und Ab-Rhythmus kommt und nicht in einer Abwärtsspirale landet. In einen Prozess der Überoptimierung zu verfallen ist allerdings genauso schlecht, wie gar nicht an sich zu arbeiten. Kein Projekt geht daran zugrunde, weil es einen Tag oder eine Woche später fertiggestellt wird, als geplant (also ob das nicht sowieso passieren würde.). Das muss natürlich in alle Richtungen kommuniziert und von allen verstanden werden – ansonsten ist Ärgervorprogrammiert. Wir würden alle gut daran tun, die Stressfaktoren in unserem Leben zu reduzieren und unsere eigene Leine etwas lockerer zu halten. Dabei sind Freiräume ebenso wichtig, wie Belohnungen.

Man sollte seinen Mitmenschen auch immer zugestehen, dass sie keine Maschinen sind – und selbst die funktionieren nicht immer reibungslos. Auf die wichtigen Dinge im Leben sollte man sich konzentrieren und nicht an Kleinigkeiten aufhängen, ohne dabei aber den Blick auf mögliche Verpflichtungen zu verlieren und an sich zu arbeiten. Offenes und ehrliches Feedback ist absolut notwendig, damit euer Gegenüber auch die Chance hat zu merken, wenn etwas nicht ganz optimal läuft und diesen Zustand zu verändern. Dabei ist sicherlich auch ausreichend Empathie notwendig, damit man Hintergründe nachvollziehen und gemeinsam an einer für alle Seiten akzeptablen Lösung zu arbeiten.

Die Schuld nicht bei anderen suchen

Denn was man immer gerne als erstes übersieht: Wenn jemand einen Fehler macht oder nicht die erwartete Leistung erbringt, dann sollte man vielleicht auch erstmal bei sich selbst überprüfen, ob nicht da das Problem liegt. Probleme in anderen Personen zu suchen mag zwar einfacher sein, führt aber nicht zwangsläufig zu einer Verbesserung der Gesamtsituation.

Bleibt bescheiden. Zeigt Dankbarkeit. Seid nachsichtig. Vielleicht können wir dann alle etwas stressfreier durch den Alltag navigieren.

(Alle meine Artikel werden von mir persönlich geschrieben. Da schaut niemand mehr drüber, was manchmal vielleicht besser wäre. Aber dadurch bekommt man eben auch genau das zu lesen, was ich so denke und recherchiert und gelernt habe. Da bleiben ein paar Rechtschreibfehler nicht aus. Das tut mir auch echt leid, aber damit muss man dann auch einfach mal klarkommen.)